Energie managen: Worauf kommt es in 2026 an?

Energieexperte Dipl.-Ing. Jörg Scheyhing von der Forum Energieberatung informierte die Teilnehmenden über die wichtigsten Neuerungen und Entwicklungen im Energiebereich. Bild: Wirtschaftsvereinigung der Grafschaft Bentheim e.V.

Energieexperte berichtet vor Mitgliedern der Wirtschaftsvereinigung

Zu Jahresbeginn lud die Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim erneut zu ihrer etablierten Informationsveranstaltung „Energie managen – worauf es in 2026 ankommt“ ein. Energieexperte Dipl.-Ing. Jörg Scheyhing von der Forum Energieberatung informierte die Teilnehmenden über die wichtigsten Neuerungen und Entwicklungen im Energiebereich.

Gleich zu Beginn ordnete Scheyhing die aktuelle Marktlage ein: „Die Energiepreise für Strom und Erdgas befinden sich seit längerer Zeit in einer stabilen Phase, die Tendenzen sind leicht fallend.“ Während sich die Kostenbestandteile für Strom 2026 leicht erhöhen, seien die Erdgaskostenbestandteile leicht rückläufig.

Einen weiteren Schwerpunkt bildeten Optionen zur Rückerstattung von Energiekosten. Dazu zählen unter anderem die Konzessionsabgabe, die Grüne Konditionalität und die Verordnung zur Vermeidung von Carbon-Leakage. Letztere dient als Beihilfeinstrument, um Unternehmen, die starkem internationalen Wettbewerb ausgesetzt sind, vor Carbon-Leakage zu schützen. Voraussetzung für die Inanspruchnahme der Förderung ist die Umsetzung wirtschaftlicher und nachhaltiger Maßnahmen.

Intensiv beleuchtet wurde das weithin viel diskutierte Thema „Industriestrompreis“. Dieser soll energieintensive Unternehmen entlasten und ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken.

Die wichtigsten Hintergründe:

  • Die Rahmenbedingungen sind im Clean Industrial Deal State Aid Framework (CISAF) verankert (veröffentlicht Juli 2025).
  • EU-Mitgliedsstaaten dürfen auf dieser Grundlage nationale Industriestrompreise einführen, müssen diese jedoch von der EU-Kommission prüfen und genehmigen lassen.
  • Deutschland arbeitet seit längerem an einem entsprechenden Konzept; erste Eckpunkte wurden im November 2025 veröffentlich.
  • Anfang 2026 konkretisierte sich die politische Debatte; eine Einführung für den Zeitraum 2026 bis 2028 ist vorgesehen.

Ziel der Maßnahme ist es, energieintensive Unternehmen zu stabilisieren, im Land zu halten und Wirtschaftsstandort Deutschland zu stärken.

Darüber hinaus gab Scheyhing einen Ausblick auf die möglichen Änderungen der Netzentgeltsystematik Strom: „Zur Diskussion stehen aktuell drei Vorschläge: Spotmarktorientierte Flexibilitätsanreize, Netzdienliche Flexibilität und Flexibilität durch Netzbetreiber-Anfrage“, erklärte er. Da die Bundesregierung bislang keine Entscheidung getroffen habe, bleibe die weitere Entwicklung abzuwarten.

Zum Abschluss erinnerte der Energieexperte daran, dass Unternehmen verschiedenen Meldepflichten im Energiebereich unterliegen. Eine fristgerechte und korrekte Erfüllung dieser Vorgaben sei notwendig, um mögliche Sanktionen zu vermeiden und von entsprechenden Maßnahmen profitieren zu können. Eine Übersicht aller Fristen für energierelevante Meldungen, Mitteilungen, Antragstellungen und Veröffentlichungen für 2026 bietet der Meldefristenkalender unter www.forum-energieberatung.de/service.

Als Joint Venture zwischen einem Tochterunternehmen der Wirtschaftsvereinigung Grafschaft Bentheim und der ECG Energie Consulting GmbH begleitet die WV Forum Energieberatung GmbH Unternehmen rund um das Thema Energie und bietet individuell, zugeschnittene Lösungen.